Samstag, 30. April 2011

Das heutige Verständnis vom Olivenhain ist stark ertragsorientiert. Wie Kühe mit immer grösseren Euter gezüchtet wurden, um den Milchertrag zu steigern, wird im Olivenhain mit unterschiedlichsten Mitteln und Methoden gearbeitet, um die Erträge zu steigern. Dies reicht vom Anbau von eigentlichen Olivenbaumspalierplantagen mit künstlicher Bewässerung und Düngung über zum Teil grobe Erntemethoden (z.B. Schütteln ganzer Bäume mittels riesiger Traktoren mit Greifarmen) bis hin zu fragwürdigem Panschen und Verfälschen beim gewonnenen Olivenöl. Darob geht vielerorts die grosse Weisheit, die der Olivenbaum als einer der ältesten Bäume überhaupt in sich trägt, verloren. Wir haben uns deshalb entschlossen, im Olivenhain von PROGETTO UNO zwei Bäume nicht zu schneiden, sondern so wachsen zu lassen, wie es ihrer Natur entspricht. Sie sind die weisen 'guardiani', die Wächter und Träger der Olivenbaumkultur. Sie werden dereinst uns beraten, wenn wir im Olivenhain sitzen und mit ihnen sprechen.

Die Weise

Die Weise. Sie steht nahe dem Waldrand, fest verwurzelt mit starkem Stamm. Noch schaut sie etwas verdutzt in das neu gewonnene Licht der Sonne, hochgereckt ihre Arme, nun wieder frei atmend. Von ihrem Standort blickt sie zu den anderen Olivenbäumen in die Reihen des Hains, gen Westen, gen Osten, gen Süden, im Rücken die schützenden Bäume des Waldes.

Der Starke


Der Starke. Er steht östlich der grossen Wiese, in der
vordersten Reihe, sein Auge schweift weit übers Land. Er empfängt die Besucherin und den Besucher mit offenen Armen und freundlichen Blick. Ein Wächter zugleich, achtsam das Geschehen verfolgend.

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