'Phönix aus der Asche' - über die Bedeutung dieser Redewendung lese ich:
Wie ein Phönix aus der Asche steigen/auferstehen/(sich) erheben – sich nach einer Niederlage wieder aufraffen, sich nach einem schweren Schlag (unerwartet) wieder erholen, etwas verloren geglaubtes erscheint wieder in neuem Glanz. (Quelle: http://www.sprichwoerter-redewendungen.de)
Etwa so erleben wir uns heute, nachdem wir uns im Herbst 2013 schweren Herzens aus dem Progetto UNO zurück gezogen haben. Dies aufgrund unüberwindbarer Meinungsverschiedenheiten zwischen den Besitzern des Olivenhains und uns. Insbesondere der von jenen erwartete Pachtzins bei einer Weiterführung des Projektes hätte das Ganze ad absurdum geführt mit dem Ergebnis, dass all die 'Olivenbäuerinnen und Olivenbauern auf Zeit' sowohl die finanziellen Kosten als auch die Arbeit getragen, die Besitzer des Olivenhains indes den Hauptertrag für sich 'eingestrichen' hätten.
Nach einer Zeit der Besinnung sind wir nun wieder in der Lage, die Vision neu aufzugreifen und in Form von zwei weiteren Projekten voran zu bringen. Wir haben dazu zwei unterschiedlich grosse Olivenhaine bestimmt, für die wir mit den Besitzern einen auf fünf Jahre ausgelegten Pachtvertrag haben abschliessen können. Der Vertrag wurde von beiden Parteien am 14.10.2014 rechtsgültig unterzeichnet.
Phönix aus der Asche - Es lebe der Olivenhain
Journal
Vom Dornröschenschlaf, der keiner ist
Liebe Olivenbäuerinnen und Olivenbauern auf Zeit - Ihr musstet lange warten, zu lange, um Neues aus und über Progetto UNO zu erfahren. Das tut mir aufrichtig Leid, zumal der fulminante Beginn unseres Projekt sich zu einer wunderschönen Geschichte weiterentwickelt hat. Es ist dies indes nicht der Ort, über das Wie und Wo und Was lange Erklärungen abzugeben - dies wird an anderer Stelle geschehen.
Und so will ich denn über den Dornröschenschlaf berichten, den Dornröschenschlaf der keiner ist. Nach einem für hiesige Verhältnisse langen und vor allem sehr kalten Winter galt unsere Sorge im Frühjahr der Frage: Wie ist es den Olivenbäumen in Progetto UNO ergangen? Wie haben sie den Höhepunkt diese frostigen Tage überlebt, die ab achten Februar erst mit Eisregen einsetzten, gefolgt dann von einer tüchtigen Portion Schnee mit Kälte -die Temperaturen sanken ab achten Februar 2012 für fast zwei Wochen auf -8° Celsius- und dem während vielen Tagen heulenden Tramontana, dem gefürchteten Nordwind aus dem Apennin? Nachdem wir gesehen hatten, wie in mehreren Olivenhainen in der Nachbarschaft etliche Olivenbäume erfroren sind, nahmen wir Anfang März einen ersten Augenschein. Wie gross war deshalb unsere Erleichterung, als uns die Bäume alle unversehrt empfingen. Ja, es war so etwas in der Luft wie: Keine Sorge, wir sind alle da. Ihr habt uns zwar letztes Jahr tüchtig geschoren, doch seht nur wie wir hier stehen, fest verwurzelt in der Erde, die einen üppiger, die anderen nach wie vor etwas zerzaust. Doch was soll's, jetzt ist der Winter vorbei und wir freuen uns auf den Frühling!'
Ja, uns so war es dann auch. Die Bäume entfalteten neues Laub, es war auch schon früh zu erkennen, dass sie nicht nur Blätter bilden sondern auch Blüten. Das ist nicht selbstverständlich und ich führe dies ein weiteres Mal auf die fachkundige und sehr sorgfältige Arbeit von Davide und Massimiliano.
Und so will ich denn über den Dornröschenschlaf berichten, den Dornröschenschlaf der keiner ist. Nach einem für hiesige Verhältnisse langen und vor allem sehr kalten Winter galt unsere Sorge im Frühjahr der Frage: Wie ist es den Olivenbäumen in Progetto UNO ergangen? Wie haben sie den Höhepunkt diese frostigen Tage überlebt, die ab achten Februar erst mit Eisregen einsetzten, gefolgt dann von einer tüchtigen Portion Schnee mit Kälte -die Temperaturen sanken ab achten Februar 2012 für fast zwei Wochen auf -8° Celsius- und dem während vielen Tagen heulenden Tramontana, dem gefürchteten Nordwind aus dem Apennin? Nachdem wir gesehen hatten, wie in mehreren Olivenhainen in der Nachbarschaft etliche Olivenbäume erfroren sind, nahmen wir Anfang März einen ersten Augenschein. Wie gross war deshalb unsere Erleichterung, als uns die Bäume alle unversehrt empfingen. Ja, es war so etwas in der Luft wie: Keine Sorge, wir sind alle da. Ihr habt uns zwar letztes Jahr tüchtig geschoren, doch seht nur wie wir hier stehen, fest verwurzelt in der Erde, die einen üppiger, die anderen nach wie vor etwas zerzaust. Doch was soll's, jetzt ist der Winter vorbei und wir freuen uns auf den Frühling!'
Ja, uns so war es dann auch. Die Bäume entfalteten neues Laub, es war auch schon früh zu erkennen, dass sie nicht nur Blätter bilden sondern auch Blüten. Das ist nicht selbstverständlich und ich führe dies ein weiteres Mal auf die fachkundige und sehr sorgfältige Arbeit von Davide und Massimiliano.
Merenda Ulivo Maremano - 26.06.2011
Einladung / Invito
Testo Italiano si trova di sotto
Mit grosser Freude laden wir Dich und Sie zu einer fröhlichen Merenda im zurück gewonnenen Olivenhain PROGETTO UNO ein.
Datum: 26. Juni 2011 / Zeit: 16:30 - 19:00
Ort: Uliveto PORGETTO UNO, Loc. Arnaio, 58036 Sassofortino
Bei einem kurzweiligen Spaziergang durch den Olivenhain werden uns die alten Olivenbäume über ihr wiedergewonnenes Leben erzählen und wie sie die vielen Tage des Arbeitens erlebt haben, als sie nach und nach aus ihrem Dornröschenschlaf aufgeweckt worden sind. Die Merenda -was auf Deutsch die Kleine Zwischenmahlzeit am Nachmittag heisst- werden wir anschliessend auf der grossen Wiese schmausen, mit allem was dazu gehört: Feinste Sardische Pecorini, Prosciutto Toscana, Salsice, Frutta e Verdura, und natürlich ein edler Tropfen aus hiesigem Keller. Ein kleines Fest zu Ehren des Olivenbaums!
Wir bitten um kurze Anmeldung an: Barbara und Martin Bühler, Podere Usignolo, Sassofortino
Telefon +39 335 538 4033 / E-Mail info@usignolo.eu / www.usignolo.eu
Testo Italiano
Con grande piacere invitiamo tutti a partecipare ad una felice e spensierata merenda, per celebrare il recupero dell' oliveto PROGETTO UNO
il 26 giugno 2011 dalle 16:30 alle 19:00
Oliveto PROGETTO UNO, Loc. Arnaio, 58036 Sassofortino
Durante una breve passeggiata, gli olivi ci racconteranno di come si sono lentamente risvegliati alla vita, e dei molti giorni di lavoro che ci sono voluti, per liberarli dalle liane e dai rovi di more. Faremo merenda sul prato con pecorino sardo, prosciutto toscano, salsicce, frutta e verdura e naturalmente non mancherà il buon vino! Sara' una piccola festa in onore dell' olivo.
Se volete partecipare, vi preghiamo di telefonarci o mandare una mail:
Barbara e Martin Buehler, Podere Usignolo, Sassofortino
Tel. +39 335 538 4033 Email info@usignolo.eu www.usignolo.eu
Donnerstag, 12. Mai 2011
Nach weiteren Tagen des Arbeitens schaute Davide heute Morgen auf der Podere Usignolo vorbei und meinte, dass er am Abend mit dem Aufräumen und dem Verbrennen des Baumschnitts fertig sein werde. "Vieni per vederla!" "Ma certo!"
Und so machen wir uns denn gegen halb Sechs Uhr auf den Weg zum Olivenhain. Was für ein Anblick! Dort, wo noch vor kurzem schier unüberwindliches Dickicht herrschte -in der Zwischenzeit habe ich erfahren, dass der Olivenhain während mehr als fünfzehn Jahren nicht mehr gemäht noch die Bäume geschnitten worden sind- beginnt nun bereits das erste Gras zu wachsen. Ein leiser Wind streicht sanft durch die stark gelichteten Baumkronen, silbrig-grün schimmern die Olivenblätter im Licht der untergehenden Sonne.
An mehreren Orten brennen noch kleine Feuer. Die grossen Brandflächen machen jedoch deutlich, dass es im Verlaufe des Tages wohl anders ausgesehen hat! "Oggi era molto caldo!" lacht Davide und wischt sich den Schweiss von der Stirn.
Die Arbeit der vier potini war von grossem Sachverstand geprägt. Von den siebenundsechzig Olivenbäumen mussten deren zwei bis auf den Stock zurück geschnitten werden, weil oberhalb des Stammes die Äste bereits dürr waren. Bei ein paar weiteren würde wohl der Ausdruck 'interventione forte' am besten zutreffen. Erst einmal aus den Unmengen von Brombeeren und Ginsterbüschen befreit, genügte es indes bei einer Vielzahl, nur die Kronen auszulichten. Dabei blieben auch Äste stehen, die bei einem 'normalen' Schnitt entfernt worden wären. Bei einer Intervention wie dieser ist es jedoch wichtig, den Bäumen genügend Äste und Blätter zu lassen, damit sie ihre Kraft und Energie darein lenken können und nicht vor lauter Stress nur Wassertriebe produzieren. Natürlich werden alle Bäume im kommenden Frühjahr noch einmal nachgeschnitten werden wollen, damit sie Schritt für Schritt die gewünschte Form erhalten.

Wir schlendern durch den Hain, geniessen den Ausblick auf die nahe gelegenen Hügel und erfreuen uns an dem, was sich dem Auge bietet. Und was ist das? Tatsächlich: Wilde Orchideen! Wahrhaft ein erhabener Moment - und der Moment, eine Flasche Prosecco zu entkorken und auf das gelungene Werk anzustossen.
Und so machen wir uns denn gegen halb Sechs Uhr auf den Weg zum Olivenhain. Was für ein Anblick! Dort, wo noch vor kurzem schier unüberwindliches Dickicht herrschte -in der Zwischenzeit habe ich erfahren, dass der Olivenhain während mehr als fünfzehn Jahren nicht mehr gemäht noch die Bäume geschnitten worden sind- beginnt nun bereits das erste Gras zu wachsen. Ein leiser Wind streicht sanft durch die stark gelichteten Baumkronen, silbrig-grün schimmern die Olivenblätter im Licht der untergehenden Sonne.
An mehreren Orten brennen noch kleine Feuer. Die grossen Brandflächen machen jedoch deutlich, dass es im Verlaufe des Tages wohl anders ausgesehen hat! "Oggi era molto caldo!" lacht Davide und wischt sich den Schweiss von der Stirn.
Die Arbeit der vier potini war von grossem Sachverstand geprägt. Von den siebenundsechzig Olivenbäumen mussten deren zwei bis auf den Stock zurück geschnitten werden, weil oberhalb des Stammes die Äste bereits dürr waren. Bei ein paar weiteren würde wohl der Ausdruck 'interventione forte' am besten zutreffen. Erst einmal aus den Unmengen von Brombeeren und Ginsterbüschen befreit, genügte es indes bei einer Vielzahl, nur die Kronen auszulichten. Dabei blieben auch Äste stehen, die bei einem 'normalen' Schnitt entfernt worden wären. Bei einer Intervention wie dieser ist es jedoch wichtig, den Bäumen genügend Äste und Blätter zu lassen, damit sie ihre Kraft und Energie darein lenken können und nicht vor lauter Stress nur Wassertriebe produzieren. Natürlich werden alle Bäume im kommenden Frühjahr noch einmal nachgeschnitten werden wollen, damit sie Schritt für Schritt die gewünschte Form erhalten.
Wir schlendern durch den Hain, geniessen den Ausblick auf die nahe gelegenen Hügel und erfreuen uns an dem, was sich dem Auge bietet. Und was ist das? Tatsächlich: Wilde Orchideen! Wahrhaft ein erhabener Moment - und der Moment, eine Flasche Prosecco zu entkorken und auf das gelungene Werk anzustossen.
Ja, und wer kommt denn da über die grosse Wiese angetrottet? Im ersten Moment trauen wir alle unseren Augen nicht - doch es besteht kein Zweifel: Aus dem Dickicht des weiter unten gelegenen Olivenhains nähert sich gemächlich und neugierig äugend ein Schwein! Nein, nicht ein Wildschwein, sondern ein Hausschwein. Leise grunzend trottet es an uns vorbei, zielstrebend wie es scheint, vorbei an den ersten Bäumen, hin zu einem ganz bestimmten, wie es den Anschein macht. Und beginnt genüsslich zu knabbern. Knack, knack - es sind Oliven, klein, schrumplig und trocken. Ja, wenn das nicht Glück bringt! Viva PROGETTO UNO - Es lebe der Olivenhain!
Samstag, 30. April 2011
Das heutige Verständnis vom Olivenhain ist stark ertragsorientiert. Wie Kühe mit immer grösseren Euter gezüchtet wurden, um den Milchertrag zu steigern, wird im Olivenhain mit unterschiedlichsten Mitteln und Methoden gearbeitet, um die Erträge zu steigern. Dies reicht vom Anbau von eigentlichen Olivenbaumspalierplantagen mit künstlicher Bewässerung und Düngung über zum Teil grobe Erntemethoden (z.B. Schütteln ganzer Bäume mittels riesiger Traktoren mit Greifarmen) bis hin zu fragwürdigem Panschen und Verfälschen beim gewonnenen Olivenöl. Darob geht vielerorts die grosse Weisheit, die der Olivenbaum als einer der ältesten Bäume überhaupt in sich trägt, verloren. Wir haben uns deshalb entschlossen, im Olivenhain von PROGETTO UNO zwei Bäume nicht zu schneiden, sondern so wachsen zu lassen, wie es ihrer Natur entspricht. Sie sind die weisen 'guardiani', die Wächter und Träger der Olivenbaumkultur. Sie werden dereinst uns beraten, wenn wir im Olivenhain sitzen und mit ihnen sprechen.
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| Die Weise |
Die Weise. Sie steht nahe dem Waldrand, fest verwurzelt mit starkem Stamm. Noch schaut sie etwas verdutzt in das neu gewonnene Licht der Sonne, hochgereckt ihre Arme, nun wieder frei atmend. Von ihrem Standort blickt sie zu den anderen Olivenbäumen in die Reihen des Hains, gen Westen, gen Osten, gen Süden, im Rücken die schützenden Bäume des Waldes.
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| Der Starke |
Der Starke. Er steht östlich der grossen Wiese, in der
vordersten Reihe, sein Auge schweift weit übers Land. Er empfängt die Besucherin und den Besucher mit offenen Armen und freundlichen Blick. Ein Wächter zugleich, achtsam das Geschehen verfolgend.
Donnerstag, 28. April 2011
Wir zählen insgesamt siebenundsechzig Bäume. Obwohl seit vielen Jahrzehnten dort, wirken sie -ausgelöst und freigelegt aus dem Dickicht- fast etwas zerbrechlich. Umso mehr, als bei einer Vielzahl der Bäume ein 'intervento forte', eine starke Intervention nötig war. Sie werden deshalb eine Weile benötigen, sich an ihre Nacktheit zu gewöhnen, um sich dann wieder mit eigenem Laub zu schützen.
Donnerstag, 28. April 2011
Das Osterfest ist vorbei - am Mittwoch haben Davide und Massimiliano die Arbeiten im Olivenhain wieder aufgenommen.
Nachdem das gerodete Gestrüpp zu hohen Haufen auf der grossen Wiese zusammengetragen worden ist, gilt es nun, auch die grossen Mengen an Baumschnitt zu verarbeiten.
Wo vorher 'Urwald' war, sind sie nun wieder sichtbar, die grossen Kerle, tief verwurzelt, das Licht der Sonne atmend
Nachdem das gerodete Gestrüpp zu hohen Haufen auf der grossen Wiese zusammengetragen worden ist, gilt es nun, auch die grossen Mengen an Baumschnitt zu verarbeiten.
Wo vorher 'Urwald' war, sind sie nun wieder sichtbar, die grossen Kerle, tief verwurzelt, das Licht der Sonne atmend
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